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Soll ich gründen oder nicht?!

 

Über die Entscheidung, dich mit deiner Mission selbstständig zu machen.

 

Wenn du jeden Morgen aufwachst und dir wieder und wieder dieselbe Frage stellst „Soll ich gründen und mich selbstständig machen oder nicht?“, dann ist dieser Artikel für dich.

 

Vielleicht scheint es dir so, dass ebenso viel für die Selbstständigkeit, wie dagegen spricht und du kommst mit deiner Entscheidung überhaupt nicht voran. Wenn du nachts wach liegst, machst du dir Listen mit Argumenten, die du dann am nächsten Morgen wieder verwirfst. Keine pro-contra-Checkliste hilft dir wirklich weiter und so stehst du auf und machst deinen Job als Angestellte weiter. Das ist unendlich schade, denn so gehen deine Idee, deine Mission und deine Power der Welt verloren.

 

Hier kommen ganz konkrete Hilfestellungen für dich, um heute deine Entscheidung für deine Zukunft, deine Mission und dein erfülltes Berufsleben zu fällen.

 

Punkt 1: Business Plan, Finanzen, Orga

Zäumen wir das Pferd einmal von hinten auf. Als Selbstständige schreibst du selbst deine Rechnungen an deine Kunden. Du kannst allein als Einzelunternehmerin starten und musst nicht gleich eine Firma gründen, zum Beispiel eine GmbH. Mit einer Steuerberaterin klärst du, ob deine Leistung bzw. dein Angebot gewerblich oder freiberuflich ist. Für eine gewerbliche Tätigkeit benötigst du eine Gewerbeanmeldung. Beim Finanzamt bekommst du deine Steuernummer für deine berufliche Tätigkeit als Selbstständige und meldest dein Vorhaben an. Du klärst in dieser Phase auch, ob du irgendwelche behördlichen Zulassungen brauchst, wie zum Beispiel eine Gaststättenerlaubnis und holst diese ein. Einige Berufe, wie zum Beispiel der einer Anwältin, verlangen nach einer besonderen Versicherung bei Haftungsfällen.

 

Du kannst für deinen Start Fördermittel beantragen. Die Arbeitsagentur kann dir einen Gründungszuschuss gewähren, der über 6 Monate läuft. Außerdem gibt es natürlich Bankkredite, auch von Förderbanken, wie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und zunehmend auch von Institutionen, die vor allem Frauen beim Schritt in die Selbstständigkeit begleiten. Über die bundesweite gründerinnenagentur (bga) erhältst du wertvolle Informationen zu Finanzierung und weiteren Punkten. Um deinen Finanzbedarf zu erkennen und zu decken, machst du einen Finanzplan, der deine monatlichen Ausgaben und deine prognostizierten Einnahmen aufführt. Sehr wichtig ist es auch, dass du für Krankheit, Alter und Todesfall vorsorgst. Lass dich am besten von deiner Krankenkasse zur Krankenversicherung und von der Verbraucherschutzzentrale zu Vorsorgeformen beraten. Wenn du über die Arbeitsagentur einen Gründungszuschuss beantragst, kannst du auch in den Genuss einer geförderten Beratung bei der Erstellung deines Business Plans kommen.

 

Gibt es denn eine Gründung, ohne Risiko?“, fragst du dich jetzt vielleicht.

 

 

„Eine Gründung komplett ohne Risiko gibt es nicht. Ebenso wenig wie es eine Anlageform mit hohen Renditen ohne Risiko gibt.“

 

 

Eine Gründung komplett ohne Risiko gibt es nicht. Ebenso wenig wie es eine Anlageform mit hohen Renditen ohne Risiko gibt. Es gibt aber fünf Erfolgskriterien für deine erfolgreiche Gründung und diese sind:

 

  1. Dein Kundenfokus:

Du kennst deinen Wunschkunden richtig gut. Du weißt, was seine oder ihre Probleme und heimlichen Wünsche, Ziele und erstrebten Vorteile sind. Du kennst nicht nur die fachlichen Themen, die er oder sie zu lösen hat, sondern auch die emotionale und soziale Seite seiner Situation und kannst diese im Marketing kommunizieren.

 

  1. Deine Geschäftsidee:

Du kannst auf Knopfdruck sagen, welches Problem deines Wunschkunden du löst und welche Ergebnisse du ihm mit deiner Dienstleistung oder deinem Produkt bringst. Deine tragfähige Geschäftsidee deckt einen Bedarf am Markt ab, das ist zentral. Nur mit deiner Mission und ohne Bedarf am Markt wird dir schnell das Geld ausgehen.

 

  1. Dein Angebot:

Du hast ein klares Angebot entwickelt, dass deinem Wunschkunden zu seinen Zielen bringt und du kannst dieses im Marketing klar und einfach kommunizieren.

 

  1. Preis:

Du hast eine Preisstruktur entwickelt, die deine Selbstständigkeit tragfähig macht, dir dein gutes Leben ermöglicht und dir langfristig erlaubt, in deine Altersvorsorge und spannende Projekte zu investieren.

 

  1. Du hast Vertrauen in dich selbst und deine unternehmerischen Fähigkeiten.

 

 

„Doch des Pudels Kern oder auch der größte Hebel für deine Entscheidung, dich selbst-ständig zu machen liegt in der Frage deines Selbstvertrauens […].“

 

 

Natürlich brauchst du eine Strategie, um Kunden zu gewinnen. Natürlich solltest du einen Business Plan schreiben und dir über die Finanzierung deines Vorhabens Gedanken machen. Haken dran. Doch des Pudels Kern oder auch der größte Hebel für deine Entscheidung, dich selbstständig zu machen liegt in der Frage deines Selbstvertrauens und ich komme zu Punkt 2 dieses Artikels.

 

Punkt 2: Bin ich eine Unternehmerin?

Wenn du vor der Frage stehst, dich selbstständig zu machen, ist dein Vertrauen in deinen eigenen Weg zentral. Siehst du dich als Unternehmerin, auch wenn zum Beispiel in deiner Familie niemand vorher unternehmerisch tätig war? Stelle dir diese Fragen zunächst unabhängig von der Frage nach den Kompetenzen (wie z.B.: Kann ich verkaufen? Kann ich Marketing? Bin ich fachlich qualifiziert? Habe ich ausreichende Erfahrungen in der Branche?). Denn diese kannst du lernen, klar kannst du verkaufen, klar kannst du Buchhaltung, klar kannst du Marketing!

 

Stelle dir hier und heute die zentrale Frage nach deinem Selbstbild.

 

Bin ich eine Unternehmerin? Will ich mit unternehmerischen Mitteln die Welt gestalten? Will ich für ein Thema stehen und wiedererkannt werden? Will ich weiter machen, auch wenn es schwierig wird? Bin ich bereit, ohne die Sicherheit eines Angestelltenjobs durch Höhen und Tiefen zu gehen, weil ich für meine Mission und meine Werte einstehe? Möchte ich gestalten? Möchte ich meinen Wunschkunden unbedingt zu seinen Zielen bringen?

 

Wenn du auf diese Gretchenfragen ein inneres „Ja“ bekommst, dann ist der Weg der Selbstständigkeit der richtige für dich. Wenn du hingegen eher „weg von“ etwas willst, weg von der Anstellung, weg von deinem nervigen Chef, weg von der Firma, die etwas vertreibt, hinter dem du nicht stehst, reicht das meiner Meinung nach als Motivation für eine Gründung aktuell nicht aus. Deine Einstellung kann sich aber natürlich im Laufe deines Lebens und sogar schon morgen ändern.

 

Mache dir jetzt am besten ein paar Notizen, welche Gedanken dir an dieser Stelle in den Kopf schießen.

 

Punkt 3: Deine Kündigung

Wenn dein Selbstbild dich trägt und du jetzt bereit bist, dich selbstständig zu machen, ist der Zeitpunkt für deine Kündigung gekommen. Suche das Gespräch mit deiner Vorgesetzten in einer aufgeschlossenen und entspannten inneren Haltung. Sprich am besten die Dinge an, für die du dankbar bist und erläutere, was dich an der Selbstständigkeit reizt. Erzähle von deiner Mission. So geschieht es noch, dass dein Vorgesetzter zu deinem ersten Kunden wird…

 

Für eine ordnungsgemäße Kündigung musst du die Kündigungsfrist wahren, die in deinem Arbeitsvertrag steht. Wenn du dort keine findest, gilt die gesetzliche Frist, die im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) in § 622 festgehalten ist. Du bist verantwortlich dafür, dass deine schriftliche Kündigung deinen Arbeitgeber so rechtzeitig erreicht, dass du die Kündigungsfrist einhältst. Beträgt die Frist zum Beispiel einen Monat zum Ende eines Kalendermonats und das Monatsende, zu dem du kündigen willst, ist der 31. und das Monatsende des Vormonats ist der 30., dann muss deine Kündigung an dem 30. des Vormonats deinen Arbeitgeber erreichen. Solltest du per Brief kündigen, musst du also die Zeit der Zustellung noch hinzurechnen und den Brief mindestens drei Tage vorher zur Post bringen. Wenn du dich verspätest, geht das zu deinen Lasten und du kannst das Unternehmen erst später verlassen. Am besten übergibst du dein Kündigungsschreiben persönlich unter Anwesenheit einer dritten Person. Und selbstverständlich erledigst du bis zu deinem Ausstieg aus der Firma alle deine Aufgaben so zuverlässig, wie zuvor.

 

 

„Wenn dein Selbstbild dich trägt und du jetzt bereit bist, dich selbstständig zu machen, ist der Zeitpunkt für deine Kündigung gekommen.“

 

 

Soll ich gründen oder nicht?!

Wenn dich deine Mission und dein Selbstbild ziehen, du Vertrauen in dich hast, dir Unterstützung für die Themen holst, wo du noch Nachholbedarf hast, ist es genau das Richtige für dich. Du wirst die Welt verändern und heute ist ein guter erster Tag dafür.

 

 

 

 

DR. JO ASCHENBRENNER

 

ist Rechtsanwältin und Business Coach.

 

Zusammen mit ihrem Partner und ihrem16-jährigen Sohn begleitet sieAnwältinnen und Beraterinnendabei, sich eine unternehmerische Karrierezuzutrauen und mit ihremBusiness die Welt ein bisschenbesser zumachen.

 

Sie lebt südlich von Hamburg mit ihrer fünfköpfigen Familie sowie dem Hund und reist sehr gerne nach Italien.

Die juristische Zeitschrift für Nichtjuristen

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Einfach und verständlich erklärt.

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