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MARTINA FLADE

Martina Flade

Straf- und Jugendrichterin

 

 

Mein Name ist Martina Flade, ich bin 30 Jahre alt, Straf- und Jugendrichterin sowie laut der BILD-Zeitung die erste ,,Instagram-Richterin“. Aber der Reihe nach.

 

 

„Ich habe erkannt, dass [Richter und Staatsanwälte] Berufsbilder mit gesellschaftlicher Verantwortung und spannenden Fällen sind.“

 

 

Die Weichen für meine juristische Karriere wurden schon zeitig gelegt. Ich bin mit meiner Mutter in einem Plattenbau in Tschechien aufgewachsen. Meine Mutter war alleinerziehend und hatte mehrere Jobs, um uns halbwegs über Wasser zu halten, bis sie eines Tages ihren neuen Partner kennenlernte. In den Folgejahren wurden wir zur Familie und ich hatte keinen größeren Wunsch als eine Adoption durch den neuen Partner meiner Mutter. Meine Eltern beauftragten eine Familienrechtsanwältin, die uns mitteilte, dass es sich bei Adoptionen um äußerst langwierige und schwierige Unterfangen handelte, zumal der Partner meiner Mutter deutscher Staats-angehöriger war.

 

Dennoch gelang es ihr, die sog. Stiefkindadoption zu erwirken und wurde in der Folge zu meinem Vorbild: eine echte Power-Frau, die in meiner kindlichen Wahrnehmung das Unmögliche möglich machte. Kurzum stand seither mein Berufswunsch fest. Rückblickend betrachtet, war dies eine Kehrtwendung in meinem Leben, denn ich habe durch die Adoption die deutsche Staatsbürgerschaft erlangt, welche Voraussetzung für meinen heutigen Beruf ist. Der Grund, warum ich diese persönliche Geschichte schildere ist: für die Rechtsanwältin handelte es sich um ein Mandat, für mich öffneten sich neue Türen.

Im Alter von 14 Jahren bin ich schließlich mit meinen Eltern nach Deutschland gezogen. Entsprechend meines Vorhabens Juristin zu werden, verlief mein Werdegang gradlinig: Abitur, Studium der Rechtswissenschaften, Referendariat mit Nebentätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei einem Anwalt.

 

 

„Wir alle tragen Verantwortung für menschliche Schicksale und können diese, wie in meinem Fall, ganz entscheidend prägen.“

 

 

Während des Studiums hatte ich zunächst das Ziel, Rechtsanwältin zu werden. Die Justiz hatte ich bei meiner Berufswahl noch nicht vordergründig berücksichtigt. Im Laufe des Referendariats habe ich Richter und Staatsanwälte sowie deren Aufgaben kennengelernt, sodass zunehmend meine Begeisterung und Hochachtung für diese Berufe wuchs. Ich habe erkannt, dass dies Berufsbilder mit gesellschaftlicher Verantwortung und spannenden Fällen sind. Nach dem Examen stand fest, dass ich eine Chance in der Justiz haben würde. Ich habe nicht lange gezögert und mich beworben. Wenige Wochen später war ich im Justizpalast in München und habe eine Zusage für die Staatsanwaltschaft erhalten. Ich habe in den folgenden Jahren spannende Ermittlungsverfahren u.a. im Bereich der Betäubungsmittel und organisierten Kriminalität führen dürfen, bis ich im August 2021, kurz vor meiner Elternzeit, nach Sachsen wechselte.

 

Da ich während meiner Elternzeit oft nach Rechtsrat gefragt worden bin, entstand die Idee, auf Instagram juristisches Wissen leicht verständlich zu vermitteln. Hintergrund meiner Überlegung war, dass viel Zeit auf Social-Media-Plattformen verbracht wird, worunter meines Erachtens nach die fundierte Wissensbeschaffung leidet. Ich habe daher angefangen, auf Instagram kurze Videos (Reels) zu Rechtsfragen zu veröffentlichen. Mit der Zeit folgten mir neben wissbegierigen Usern zunehmend Studenten und Referendare, die gern meinen Arbeitsalltag verfolgen, aber auch junge Frauen, die sich dafür interessieren, wie ich Karriere und Kind unter einen Hut bekomme.

 

 

„Da ich während meiner Elternzeit oft nach Rechtsrat gefragt worden bin, entstand die Idee, auf Instagram juristisches Wissen leicht verständlich zu vermitteln.“

 

 

Nach der Elternzeit habe ich ein Straf- und Jugendrichterderzernat übernommen. Oftmals handelt es sich bei den jugendlichen Angeklagten um Personen, die weniger Glück im Leben hatten, denen familiäre Ressourcen fehlen und die auf pädagogische Hilfsangebote angewiesen sind. Ich empfinde daher insbesondere die Arbeit mit dieser Gruppe als sinnstiftend. Ob nun Richter, Staats- oder Rechtsanwalt: wir alle tragen Verantwortung für menschliche Schicksale und können diese, wie in meinem Fall, ganz entscheidend prägen.

 

 

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